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Fotomuseum Winterthur

Zwischen Fotolabor und freier Fantasie: Wo das Bild zum verbindenden Raum für alle Generationen wird

<p>Im Fotomuseum Winterthur ist Vermittlung kein bloßes Begleitprogramm, sondern eine tragende Säule. Angesichts der rasanten digitalen Entwicklung und KI-generierter Bilder zielt das Konzept darauf ab, Bild- und Medienkompetenz zu stärken und das Museum als offenen sozialen Raum («Dritter Ort») zwischen Alltag, Schule und Beruf zu etablieren.</p> <p>Vom Betrachten zum Haltung-Zeigen: Visuelle Inhalte prägen unsere Realität. Die Vermittlung regt dazu an, Bilder kritisch zu lesen und bewusst zu hinterfragen (z. B. bezüglich Desinformation, Gesichtserkennung, Big Tech oder Selbstdarstellung). Wer Bilder versteht, begreift auch, wie Wirklichkeit gestaltet wird.</p> <p>Dialog statt Frontalunterricht: In dialogischen Führungen steht der gemeinsame Austausch im Zentrum («Was sehen wir? Was löst ein Bild aus?»). Ausstellungsworkshops verbinden dieses kritische Betrachten direkt mit dem eigenen, praktischen Gestalten.</p> <p>Analoge Praxis im Labor: In Laborworkshops experimentieren die Teilnehmenden mit Licht, Schatten und Zeit. Durch historische und handwerkliche Verfahren wie Fotogramme, Cyanotypie oder die Camera obscura werden die physikalischen Grundlagen der Fotografie begreifbar gemacht.</p> <p>Natürlicher Generationendialog: In den Familienworkshops und beim Erkunden mit spielerischen Mitmach-Heften (für Kinder von 5 bis 12 Jahren) begegnen sich Jung und Alt auf Augenhöhe. Der Austausch entsteht ungezwungen im gemeinsamen Tun – beim Belichten, Entwickeln und Staunen im Labor. Inklusion, Barrierefreiheit und Wohlfühl-Faktor Das neu sanierte Haus setzt auf Zugänglichkeit, um Schwellenängste abzubauen und eine breite gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.</p> <p>Architektonische und finanzielle Offenheit: Ein lichtdurchflutetes Foyer mit Sitzgelegenheiten lädt zum Verweilen ein, während eine neue Rampe für physische Barrierefreiheit sorgt. Wöchentliche öffentliche Führungen sind im Eintritt inbegriffen, und jeden Mittwochabend (17 bis 20 Uhr) ist der Zugang für alle kostenlos.</p> <p>Kognitive Barrierefreiheit: Handouts in Einfacher Sprache erklären zentrale Ausstellungsinhalte leicht verständlich und ermöglichen ein selbstständiges Erschließen der gezeigten Werke. Fantasie statt Erinnerungsdruck (Demenz-Angebot): Ein wegweisendes, inklusives Format richtet sich an Menschen mit Demenz und ihre Begleitpersonen. Statt eines oft stressigen Erinnerungsdrucks wird eine Fotografie zum Sprungbrett für freie Fantasie. Die Teilnehmenden erfinden gemeinsam Geschichten zum Bild. Da es kein «Richtig oder Falsch» gibt, werden Defizite wie Wortfindungsstörungen hinfällig – das Medium Fotografie wird hier zum verbindenden Werkzeug für das reine Hier und Jetzt.</p>

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